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Der Mensch und die Gesellschaft

Technik Ausstellung - Exposition
Maße wystawa
Jahr 1973

Über dieses Werk

Ein weiterer außergewöhnlicher Auftrag – ein Sonderfall. Diverse Kontakte, unter anderem zwischen dem Fachbereich Industriedesign und der Leitung der Leichtmetallwerke in Kęty, führten zu einem Auftrag für die Konzeption und Umsetzung einer thematischen Ausstellung, die sich nach eingehenden Diskussionen mit der Menschheit und ihren sozialen Verhältnissen auseinandersetzen sollte.
Tatsächlich war das gesamte Projekt das Werk eines außergewöhnlichen Mannes, eines unbestrittenen Idealisten seiner Zeit: des Werksdirektors Zbigniew Biela.
Die Ausstellung sollte die Vielschichtigkeit zwischenmenschlicher Beziehungen aufzeigen und dabei ethische Aspekte hervorheben. Sie veranschaulichte die Struktur der Gesellschaft und die Wechselwirkungen zwischen Gesellschaft und Individuum sowie zwischen Individuum und Gesellschaft. Diese Themen scheinen jedem vertraut und sind doch so oft fremd. Daher das Motto der gesamten Ausstellung: Erkenne dich selbst. Die Gestaltung der Ausstellung entstand in Zusammenarbeit mit Kommilitonen, einem Psychologen und einem Soziologen und war thematisch gegliedert. Zum Beispiel: der Mensch mit all seinem intellektuellen Potenzial; der Mensch in biologischer und emotionaler Hinsicht, als komplexer, von der Vernunft geleiteter Mechanismus; Der Mensch wird psychologisch betrachtet, als denkendes, fühlendes und reagierendes Wesen. Der Mensch – als Teil der Gesellschaft, einer Gruppe oder einer Nation. Ein wesentlicher Teil der Ausstellung widmet sich zwischenmenschlichen Beziehungen, sowohl ihren positiven als auch ihren negativen Aspekten. Ziel der Ausstellung war es nicht, konkrete Modelle oder Antworten zu liefern. Vielmehr sollte sie zum Nachdenken anregen und die Frage aufwerfen, was als gut und was als schlecht zu betrachten ist. Diese Idee, so naiv sie auch erscheinen mag, ermutigte uns, die Frage zu beantworten: „Was denkst du?“ Liebe und ihre verschiedenen Facetten – die Liebe zweier Menschen, Mutterliebe, Nächstenliebe, die Herausforderung der Kindererziehung, Freundschaft und ihre verschiedenen Aspekte – reine, selbstlose Freundschaft, missverstandene, falsche Freundschaft – sowie ihre Auswirkungen – etwa, dass jemand zum Wolf im Wolf wird, das Problem der Undankbarkeit und Heuchelei, die Haltung gegenüber dem Unglück anderer – Hilfe, Mitgefühl, Gleichgültigkeit und Freude –, die Haltung gegenüber herausragenden Persönlichkeiten, Methoden der Karriereentwicklung und schließlich die Haltung zur Natur.

Und wie bist du so? – Diese Frage stand auf der vorletzten Tafel, die letzte war ein Spiegel. Sie unterstrich die Bedeutung der in der Ausstellung angesprochenen Themen und war zugleich ein direkter Appell an die Betrachter.

Durch die Darstellung bestimmter Lebenssituationen wollten wir die Besucher der Ausstellung zum Nachdenken anregen.

Die Aufgabe erwies sich als äußerst schwierig. Die angesprochenen Themen wirken nur scheinbar einfach. Erst recht, wenn man den Adressaten, den sogenannten Durchschnittsarbeiter, betrachtet. Selbst ausgefeilte Metaphern konnten keine wirkliche Verbindung herstellen.

Direkte Kontakte und Gespräche mit der Geschäftsleitung in den folgenden Jahren gaben uns die Gewissheit, dass das Konzept des Kunden und unsere Umsetzung bei den ZML-Mitarbeitern auf echtes Interesse stießen.

Ich bedauere zutiefst, dass die mit ORWO-Filmen erstellte Ausstellungsdokumentation nicht den Anforderungen der Zeit standgehalten hat. Und das nicht nur in diesem speziellen Fall.

Das Projekt wurde vom Team Maria Banaś-Majkowska, Janusz Bożek, Zbigniew Majkowski, Marek Nałęcz-Nieniewski und Jan Nuckowski umgesetzt.